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Macht Social Media uns asozial? Dr. Ralf Friedrich Texter Ghostwriter Chemnitz Leipzig Dresden

Macht uns Social Media asozial?

Social Media bringt viele Möglichkeiten mit sich: chatten, kommentieren, liken, und teilen. Wir alle kennen und (mehr oder weniger) lieben die verschiedenen Varianten, uns online zu unterhalten.

Wo man sich ebenfalls unterhalten könnte: bei Restaurantbesuchen und Familienfeiern.

Wo früher einmal Leute miteinander geredet und gelacht haben, sitzen sie sich heute oft schweigend gegenüber und starren auf die Displays  ihrer Handys. Statt sich über das leckere Essen vor ihnen auszutauschen, wird es fotografiert und gepostet. Unterhaltungen mit Familie und Freunden rücken in den Hintergrund, sobald jemand das Bild liked oder kommentiert.

Achten wir bewusst darauf, sehen wir solche Szenarien heutzutage öfter, als mancher denken mag. Doch ist jeder Griff zum Handy in solchen Situationen automatisch ein Anzeichen von Asozialität?

Das Soziale in Social Media 

Facebook, Whatsapp, Instagram, Twitter, LinkedIn: Viele von uns nutzen nicht nur eine dieser Plattformen mehrmals täglich. Dass diese nur eine kleine Auswahl an verfügbaren Social Media- Angeboten darstellen, verdeutlicht nur, welchen hohen Stellenwert sich soziale Netzwerke in den letzten Jahren im Leben vieler Menschen erkämpft haben.

Soziale Medien ermöglichen uns die Interaktion mit verschiedenen Leuten durch Textposts, Kommentare, Fotos und Videos. Ob es um das Chatten auf Whatsapp mit Oma Lisbeth geht oder um den Videoanruf mit dem Freund Amal aus Mumbai, spielt keine Rolle. Mit Facebook und Co. ist ortsunabhängige Kommunikation kein Problem mehr (vielleicht abgesehen von schlechtem Internet und verschiedenen Zeitzonen).

Zusätzlich können wir uns durch soziale Medien über bestimmte Themen und Informationen mit verschiedenen Leuten austauschen, was ohne Plattformen auf diese Weise niemals möglich wäre. Dazu zählt das Anschauen von Posts über politisches Geschehen in anderen Ländern, aber auch die vereinfachte Organisation von Protesten und Gruppierungen gleichgesinnter Leute.

Wir nutzen also soziale Netzwerke, um uns mit Menschen international zu verknüpfen. Schon allein das ist Beweis genug, dass soziale Medien ihre Absicht der Stärkung sozialer Beziehungen erfüllen.

Auch der Griff zum Smartphone während eines Restaurantbesuchs kann dabei einen sozialen Zweck erfüllen. Nicht selten nutzen wir nämlich soziale Medien z. B. dafür, Gespräche und Unterhaltungen zu lenken und aufzuwerten.

Stellen wir uns vor, wir sitzen in einem Restaurant mit einem alten Schulfreund, den wir (gefühlt) ewig nicht gesehen haben. Keiner weiß so richtig, was er sagen soll. Aber wir erinnern uns, dass er indisches Essen mag. Nun zeigen wir ihm auf dem Instagram- Profil unseres Freundes und Kochs Amal verschiedene indische Rezepte zum Nachkochen.

Und siehe da: ein super Gesprächsanstoß. Das Eis ist gebrochen.

 

Wenn uns Social Media asozial macht

Die wenigsten von uns verwenden Social Media jedoch lediglich, um Unterhaltungen aufzuwerten. Oft werden die verschiedenen Plattformen auch genutzt, um sich sozialen Situationen zu entziehen und Langweile zu beseitigen.

Stellt euch vor, ihr seid auf einer großen Familienfeier. Ihr unterhaltet euch mit Oma Lisbeth und Tante Ingrid, die zwar herzensgute Menschen sind, aber nach zwei Stunden Konversation braucht man erstmal eine Pause. Die Lösung zur Entspannung: das Scrollen durch Instagram oder TikTok. Einmal im Netzwerk eingeloggt, ist Zeit jedoch nur noch ein theoretisches Konstrukt und schnell ist eine halbe Stunde um.

In Fällen wie diesen machen soziale Medien uns regelrecht asozial. Das konzentrierte Anstarren unseres Handys reduziert jegliche Konversations- und Reaktionsbereitschaft auf ein Minimum. Wir haben nicht die Absicht unhöflich zu sein. Unser permanenter Blick aufs Handydisplay vermittelt jedoch gerade das.

Die Konsequenz: nicht nur Oma Lisbeth und Tante Ingrid fühlen sich unwohl. Die ganze Geburtstagsgesellschaft findet unsere passive Präsenz einfach nur anstrengend. Wir schädigen mit unserer Anwesenheit der Gemeinschaft mehr, als dass wir beitragen.

“Der Griff zum Handy ist zur automatisierten Gewohnheit geworden”

Viele Menschen vergessen gut und gern, dass der Griff zum Handy bei uns allen ursprünglich mal eine bewusste Entscheidung war, bevor sie zu einer automatisierten Gewohnheit geworden ist.

Mit jeder Situation, in der wir durch soziale Netzwerke unsere Langeweile erfolgreich bekämpft haben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dies in ähnlichen Situationen wieder zu tun. Es entsteht eine Gewohnheit.

Kann man diese nervige Angewohnheit wieder los werden?

Einfach ist es nicht, jedoch machbar. Je stärker und öfter wir durch die Zuwendung zu sozialen Netzwerken mit Entspannung und Erlösung von Langerweile belohnt wurden, desto mehr hat sich die Gewohnheit eingeprägt. Desto schwieriger ist es demnach auch, diese wieder loszuwerden.

Ruft man sich jedoch ins Gedächtnis, dass man die Medienzuwendung wie auch -abwendung bewusst kontrollieren kann, sollte dieser automatisierte Prozess auch wieder abgewöhnt werden können.

Möchte man also eine Pause von Oma Lisbeth und Tante Ingrid, muss man sich bewusst gegen die Nutzung von Facebook entscheiden. Statt Liken und Kommentieren bietet man Onkel Udo bspw. seine Hilfe beim Kochen an.

Soziale Medien sind vielfältig – in jede Richtung

Soziale Medien bieten den Menschen eine Vielfalt an Möglichkeiten auch digital sozial aktiv zu sein. Auch bei gesellschaftlichen Zusammenkünften können wir soziale Medien nutzen, um Konversationen zu starten und Gespräche zu gestalten.

Mitunter kommt es jedoch auch vor, dass gewohnte Verhaltensweisen uns zur Social Media- Nutzung in eher unpassenden Situationen verleiten. In solchen Fällen sollte man durch bewusstes Nachdenken und eigenem Taktgefühl darüber entscheiden, ob das Öffnen von Facebook und Co. notwendig und angebracht ist.

Wichtig ist, nicht zu vergessen: Wir kontrollieren wann und wo wir soziale Medien nutzen und nicht andersherum.

 

 

 

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Social Media bringt viele Möglichkeiten mit sich: chatten, kommentieren, liken, und teilen. Wir alle kennen und (mehr oder weniger) lieben die verschiedenen Varianten, uns online

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